|
|
| Brand |
Umwandlung von Ton in einen keramischen Scherben.
Im ersten Abschnitt des Brandes, dem sog. Schmauchen, wird dem Ton das
Wasser entzogen. Bei ca. 100° - 150°C entweicht das physikalisch, bis ca.
600°C das chemisch gebunden Wasser. Zu diesem Zeitpunkt hat der Tonkörper
an Gewicht verloren und ist heller geworden. Während der zweiten Phase,
der Oxidation verbrennen oder verkohlen die organischen Stoffe in der Masse.
Dieser Vorgang benötigt viel Sauerstoff und endet ungefähr bei
950 °C. Nachdem die organischen Stoffe herausgebrannt wurden, treten
die Brennfarben zu tage (weiß, gelb, rot ...). Das dritte Stadium
die Verglasung liegt, je nach Zusammensetzung der Masse, bei sehr unterschiedlichen
Temperaturen. Sie beginnt im allgemeinen dann, wenn die schmelzbaren Teilchen
erweichen bzw. schmelzen. Dabei bildet der Schmelzfluss zwischen den unschmelzbaren
Teilchen glasige Kittstellen und dringt bei steigender Temperatur in die
Poren der Masse ein. Abgeschlossen ist der Prozess dann, wenn alle Poren
geschlossen, das heißt mit dem Flussmittel-Glas ausgefüllt und
verdichtet sind. Brandtemperaturen werden oft mit Segerkegeln
gemessen. |
|
|
| Fritte |
Geschmolzene wieder zerkleinerte Glasurmischung, enthält
keine wasserlöslichen Stoffe, giftige Rohstoffe weniger problematisch
da "eingeschmolzen". |
|
|
| Glasur |
Glasuren sind, einfach gesagt, dem Scherben aufgeschmolzene
Gläser. Sie überziehen den Tonkörper mit einer dünnen
glasigen Schicht und verleihen ihm Dichte, Härte und Farbe. Die Glasuren
dienen also praktischen wie auch dekorativen Zwecken. Die Scherben werden
meistens wasserundurchlässig, lassen sich leichter pflegen und werden
dadurch veredelt. Von gewöhnlichem Glas unterscheiden sich Glasuren
nur durch einen höheren Anteil an Tonerde, durch vielfältigere
Mischungen und einen höheren Schmelzbereich. Chemisch gesehen sind
Glasuren silikante Schmelzprodukte, dass heißt eine Verschmelzung
von Kieselsäure und Flussmittel mit Tonerde. Letztere mischt man bei,
damit die Glasur besser haftet und glasig wird ohne zu laufen. |
|
|
| Raku |
Raku Keramik wird bei ca 1000 Grad Celsius glühend dem
Ofen entnommen und in Sägemehl oder Laub nachgeräuchert (oder in Wasser
abgeschreckt). Durch die extremen Temperaturschwankungen kommt es zu unverwechselbaren
Effekten die mit den besonderen Charme der Rakukeramik ausmachen. Die spezielle
Anmutung eines Rakuscherbens ist nur bedingt reproduzierbar. |
| Rakuglasur |
Rakuglasueren sind niedrigschmelzend Gläser, oft
auf der Basis von Fritten aufgebaut. Sie werden in der Regel nicht nach
der Temperaturanzeige gebrannt, sondern dem Ofen entnommen, wenn sie glänzen
wie "Eis in der Sonne". |
| Rakumasse |
Rakumassen sind in der Regel stark schamottierte Tone,
ab ca 30% Schamotteanteil mit enstsprechend grober
Körnung um die extremen Temperaturschwankungen unbeschadet überstehen zu
können. |
|
|
| Schamotte |
Gebrannter und wieder zerkleinerter Ton, zum Magern von
Massen (auch Rakuton). In verschiedenen Körnungen im Handel (zementfein
bis ca 4mm) |
| Segerkegel |
Segerkegel: Keramische Massemischungen die bei einer bestimmten
Temperatur "umschmelzen". Je nach ihrem Schmelzpunkt haben die
Segerkegel unterschiedliche Nummern und können anhand von Tabellen
für die entsprechenden Temperaturbereiche ausgewählt werden. Meist
werden drei Kegel mit unterschiedlichen Schmelzbereichen so im Ofen platziert,
dass sie durch das Schauloch während des Brandes beobachtet werden
können. Erweicht der erste Kegel und legt sich langsam um, ist die
Höchsttemperatur bald erreicht und der Ofen wird nicht weiter hochgeheizt.
Wenn der zweite Kegel fällt, beginnt die Haltezeit (um die Glasuren
gleichmäßig auszuschmelzen). Der dritte Kegel dient zur Kontrolle
der erreichten Höchsttemperatur. Ein Kegel gilt als geschmolzen, wenn
seine Spitze gerade den Boden berührt. |
| Steingut |
niedrig gebranneter, nicht dichter, meist weisser Scherben,
Brennbereich: ca 1000 bis 1200 °C |
| Steinzeug |
höher gebranneter, meist dichter Scherben (gesintert),
Brennbereich: ca 1150 bis 1300 °C |
|
|
| Ton |
Die Hauptelemente des Tons sind Silizium- und Aluminium,
die zusammen mehr als Dreiviertel des gesamten Erdballs ausmachen. Ihre
Sauerstoffverbindungen Siliziumdioxyd und Aluminiumoxyd ergeben im Ton
ein
Gemisch, das Wasser chemisch bindet. Außerdem enthält Ton je
nachdem in kleineren Mengen auch freies Wasser, freies Siliziumdioxyd (in
Form von Quarz), Soda, Pottasche, Kalk und Eisenverbindungen. |